© Stefan Hoening
30.10.2026

Mit Langdock zur KI-Kompetenz in der Börsenvereinsgruppe

Mirjam über den Einstieg in die KI-Arbeit und die Chancen für den Alltag

Der kompetente und verantwortungsvolle Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) gehört inzwischen zum Arbeitsalltag. Bei der Einführung im Unternehmen gilt es allerdings einiges zu beachten. In der Börsenvereinsgruppe kümmert sich eine eigene Taskforce darum, dass alle Mitarbeitenden auf aktuellem Stand sind und mit einheitlichen Standards in der Plattform Langdock arbeiten.  Darüber haben allen Mitarbeitenden einen zentral verwalteten, datenschutzkonformen Zugang zu verschiedenen KI-Modellen.

Unsere Kollegin Mirjam (MVB) ist Mitglied der KI-Taskforce. Sie haben wir dazu befragt, wie der Einstieg gelungen ist, welche Herausforderungen dabei entstanden sind und was sich die Börsenvereinsgruppe vom KI-Einsatz verspricht.

Portrait von Mirjam Wingenbach vor einer weißen Wand.
© Katrin Friedl

Warum ist es so relevant, sich mit KI im Arbeitsalltag auseinanderzusetzen?

KI hat die Art, wie wir arbeiten, bereits verändert und wird es weiter tun. Wer diese Entwicklung frühzeitig begleitet und den Kolleginnen und Kollegen Orientierung gibt, schafft die Grundlage dafür, dass alle Mitarbeitenden diese Veränderung aktiv mitgestalten können und das ganze Team sicher mit KI umgehen kann und damit fit für die Zukunft ist.

Mit Langdock haben wir die Möglichkeit, bestimmte wiederkehrende und zeitintensive Aufgaben mit KI-Unterstützung effizienter zu bewerkstelligen. So bleibt zukünftig mehr Zeit für Aufgaben, die wir Menschen besser können als KI: Ideen entwickeln, Zusammenhänge verstehen und Entscheidungen treffen.

Was bedeutet es für Dich und die anderen Mitglieder der Taskforce, Kolleginnen und Kollegen zu befähigen?

Befähigen heißt für uns vor allem, Berührungsängste abzubauen und Sicherheit zu geben. Wir wollen, dass jede und jeder versteht, was KI leisten kann, wo die Grenzen liegen und wie man sie verantwortungsvoll und mit Blick auf den Datenschutz einsetzt. Dafür braucht es klare Rahmenbedingungen, Lernangebote und Ansprechpersonen im eigenen Team. Unser Ziel ist es, Freiraum zu schaffen, damit mehr Kapazitäten für Projekte und die Umsetzung eigener Ideen zur Verfügung stehen.

Mit welchen Themen und Inhalten beschäftigt sich die Taskforce?

Wir arbeiten an drei Schwerpunkten: Rahmenbedingungen schaffen, Befähigen durch Lernformate und Netzwerkaufbau. Das heißt: 

  • Wir legen fest, wie KI im Unternehmen verwendet werden darf. So wissen die Kolleginnen und Kollegen, in welchen Bereichen sie sich bei der Nutzung bewegen können.
  • Wir bieten verschiedene Formate an, zum Beispiel „Ich zeige Dir, wie ich Langdock nutze“, Q&A-Sessions mit externer Unterstützung sowie eine komplette Lernplattform mit Übungen zu den KI-Grundlagen.
  • Außerdem bilden wir interne KI-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren aus. Sie sind die Ansprechpersonen für KI-Themen und über möglichst viele Teams in der Unternehmensgruppe verteilt.

Was waren die größten Herausforderungen am Anfang?

Zu Beginn standen drei große Fragen im Raum. Die erste war, wie wir KI so einführen, dass wirklich alle den Umgang mit Langdock lernen können. Die zweite Frage betraf die bisherigen Wissensstände, die in der Belegschaft sehr unterschiedlich waren. Gleichzeitig galt es, Ängste und Skepsis gegenüber der Arbeit mit KI ernst zu nehmen und aus dem Weg zu räumen. Die dritte Frage war die nach der Zeit. Im Alltag bleibt für eine intensive Beschäftigung mit KI oft wenig Raum. Damit man KI effektiv als Hilfsmittel einsetzen kann, braucht es aber gerade zu Beginn viel Zeit zum Lernen und Üben. 

Wie sieht ein typischer Einsatz von Langdock im Arbeitsalltag aus?

Wie KI den eigenen Arbeitsalltag erleichtern kann, hängt stark von der eigenen Rolle im Unternehmen und den konkreten Aufgaben ab. Das kann ganz unterschiedlich aussehen. Häufig hilft KI bei der Formulierung von Texten, Protokoll-Erstellungen bei Teams-Meetings oder auch wiederkehrenden Aufgaben. Mit der Erstellung von KI-Agenten lässt sich zudem viel Zeit bei solchen Einsatzzwecken sparen. Wichtig dabei ist uns das „Human in the loop“-Prinzip: Die KI liefert Entwürfe, die Verantwortung für das Ergebnis bleibt bei uns.

Was war Dein bisher größter Aha-Moment bei diesem Projekt?

Die Erkenntnis, dass die Ergebnisse der KI nur so gut sind wie der Input, den man ihr gibt. Ein Vergleich, den wir dafür immer wieder nutzen, ist der von der KI als neuem Praktikanten. Ohne den richtigen Input unsererseits sind die Ergebnisse oft mittelmäßig. Wenn wir den „Praktikanten“ aber richtig briefen, also einen guten Prompt schreiben und den notwendigen Kontext mitgeben, erhalten wir sehr gute Ergebnisse. Genau deshalb lohnt es sich, den richtigen Umgang mit KI zu lernen.